Jahrestagung Polnisch im Aufbruch-eine Perspektive für Europa

Am 4.–5. Dezember 2025 fand in Ostritz eine Konferenz anlässlich des 5-jährigen Bestehens von KoKoPol statt – einer Organisation, die das Polnische Schulverein „Oświata“ in Berlin seit knapp drei Jahren unterstützt, indem sie die Lehrergehälter sowie die Kosten für Schulräume finanziert.
An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher polnischer und deutscher Institutionen teil. Einer der Referenten war der Vorsitzende des PTS „Oświata“, Jakub Nowak.

In seiner Rede sagte er:

„Vor drei Jahren habe ich hier bei KoKoPol über den Polnischen Schulverein ‚Oświata‘ in Berlin gesprochen – über eine Organisation mit großem Potenzial, die jedoch unter Bedingungen ständiger Unsicherheit arbeitete.
Heute – und das erfüllt mich mit großer Freude – kehre ich mit einer anderen Geschichte zu Ihnen zurück. Mit der Geschichte eines Wandels, der durch Zusammenarbeit und Vertrauen möglich wurde.
Seit über zwei Jahren erhalten wir finanzielle Unterstützung von KoKoPol aus Mitteln des Auswärtigen Amtes. Und ich kann es ganz offen sagen: Diese Unterstützung hat alles verändert.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren verfügen wir über Stabilität. Und Stabilität ist ein Fundament – etwas, das Planung, Entwicklung und verantwortungsvolles Handeln ermöglicht.
Unsere Lehrkräfte – heute sind es 31 – können in Ruhe arbeiten und erhalten eine angemessene Vergütung. Sie können mehr als eine Lerngruppe betreuen, engagieren sich in zahlreichen Projekten und – was am wichtigsten ist – sie bleiben bei uns. Sie gehen nicht mehr, wie es früher oft der Fall war.“

Die Ergebnisse?
Sie sind sofort sichtbar:

  • statt 25 Lehrkräften beschäftigen wir heute 31,

  • die Zahl der Schülerinnen und Schüler ist von rund 300 auf 473 gestiegen,

  • aus 12 Lernorten wurden 20 – nicht nur in Berlin und Potsdam, sondern auch in Ludwigsfelde, Nauen und Königs Wusterhausen.

„Das ist ein enormes Wachstum in sehr kurzer Zeit. Doch Zahlen allein erzählen diese Geschichte nicht vollständig.
Denn rund um den Unterricht geschieht bei uns sehr viel: Literatur-, Rezitations- und Kalligrafiewettbewerbe, Familienpicknicks, Kunstworkshops, Theaterarbeit, Bildungsreisen, Lehrerfortbildungen sowie integrative Treffen für Familien.
All das fördert nicht nur die Sprache. Es stärkt Bindung, Selbstbewusstsein und eine zweisprachige Identität. Es schafft Gemeinschaft.“

Gleichzeitig wies er auf eine zentrale Herausforderung hin:

„Es gibt jedoch ein Problem, das für die nächste Entwicklungsphase entscheidend ist. Wir haben fast fünfhundert Schülerinnen und Schüler, über dreißig Lehrkräfte, zwanzig Standorte und Dutzende Projekte pro Jahr.
In dieser Größenordnung ist eine stabile und professionelle Verwaltung absolut unerlässlich – eine Verwaltung, die koordiniert, kommuniziert, Dokumente, Logistik, Finanzen, Berichte und die Zusammenarbeit mit Institutionen im Blick behält.
Ohne eine solche Struktur kann eine Schule wie unsere nicht gut funktionieren.
Und eine Verwaltung in einer zivilgesellschaftlichen Organisation – wie Sie alle wissen – finanziert sich nicht von selbst. Genau hier liegt unsere Herausforderung.“

Abschließend betonte er die Bedeutung der weiteren Zusammenarbeit:

„Deshalb ist es so wichtig, dass sich die Kooperation zwischen KoKoPol und dem Institut für die Entwicklung der Polnischen Sprache St. Maximilian Maria Kolbe weiterentwickelt.
Gerade die Synergie dieser beiden Institutionen schafft für uns polnische Organisationen im Ausland stabile Rahmenbedingungen.
Jede von ihnen unterstützt einen anderen Bereich unserer Tätigkeit – gemeinsam aber bilden sie das Fundament, auf dem wir unsere Lernorte und zusätzlichen Initiativen weiter ausbauen können.“

„Im Namen des gesamten Polnischen Schulvereins ‚Oświata‘ in Berlin danke ich Ihnen für die Unterstützung, für das Vertrauen und für diesen gemeinsamen Weg.
Vielen Dank.“